Heiliger Vater Johannes Paul II

Heiliger Vater Johannes Paul II. – Karol Józef Wojtyła ist am 18. Mai 1920 in Wadowice geboren und ist am 2. April 2005 im Vatikan gestorben. Krakauer Erzbischof, Kardinal, vom 16. Oktober 1978 bis zum 2. April 2005 – Papst, Gottesdiener der katholischen Kirche; polyglotter Theologe, Dichter, Schauspieler, Dramenschreiber und Pädagoge. Als Philosoph und Phänomenologe vertrat er den christlichen Personalismus.

Die Primarschule und das Staatliche Gymnasium schloss er im heimatlichen Wadowice ab. Im Alter von neun Jahren verlor er seine Mutter und drei Jahre später seinen Bruder. Im Mai 1938 bestand er die Reiferprüfung, um dann an der Jagellonen-Universität das Polonistikstudium aufzunehmen. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges zwang ihn zur Unterbrechung des Studiums. Er war Tagelohnarbeiter, Bote und Gehilfe des Schießmeisters in einem Steinbruch. Er betätigte sich mit seinen Freunden am künstlerischen und literarischen Leben. Im Jahr 1942 nahm er als Kleriker des Seminars der Krakauer Erzdiözese ein Geheimstudium der Theologie an der Jagellonen-Universität auf. Im April 1945 wurde er als junger Assistent an der Theologischen Fakultät der Jagellonen-Universität eingestellt. 1946 wurde er zum Diakonus ordiniert. Die Priesterweihe erhielt er vom Krakauer Erzbischof, Kardinal Adam Sapieha, am 1. November 1946. Zwei Wochen später begab er sich nach Rom, um an der Päpstlichen Universität „Angelicum” ein Studium aufzunehmen. Im Jahr 1948 bekam er das Diplom des Magisters der Theologie der Jagellonen- Universität.

Nach dem Studienabschluss übernahm er die Stelle des Hilfspfarrers im Dorf Niegowić. Er nahm weiter aktiv am Geistes-, Sport- und Kulturleben teil. Im März 1949 wurde er in die Pfarrei St. Florian in Krakau verlegt. Er hielt Vorträge an den Priesterseminaren in Krakau, Tschenstochau, Kattowitz und Lublin.  Am 28. September 1958 wurde er zum Bischof ernannt und machte die Worte „Totus Tuus” zu seiner Devise. Er beteiligte sich aktiv an den Sitzungen des 2. Vatikanischen Konzils, war Mitglied von vier Kongregationen (im Sinne von päpstlichen Verwaltungsbehörden) für die Geistlichkeit, die katholische Erziehung, den Kult Gottes, die Disziplin der Sakramente und die östlichen Kirchen. Am 30. Dezember 1963 wurde er zum Krakauer Erzbischof und Metropoliten. Zum Kardinal hat ihn der Papst Paul VI. am 9. Juli 1967 berufen. Am 16. Oktober 1978 wurde er selber Papst. Er war seit Hadrian VI. nach 455 Jahren der erste polnische und ausländische Papst. Sein Pontifikat zeichnete sich durch ein großes Engagement für den Kampf gegen die Armut und gesellschaftliche Ungerechtigkeit sowie zahlreiche Aktivitäten zugunsten des Weltfriedens und der Weltsicherheit. Als Pilger brachte er den Völkern der ganzen Welt die Botschaft Gottes und die Worte des Friedens. In diesem Sinne führte er die Kirche in das dritte Jahrtausend ein. Er erneuerte das Bild der Kirche, indem er sich für den religiösen, politischen und gesellschaftlichen Dialog engagierte.

Während seines über 26-jährigen Pontifikats veröffentlichte Johannes Paul II. vierzehn Enzykliken, u.a. „Redemtor hominis”, „Dives in Misericordia”, „Laborem exercens”, „Redemtoris Mater”, „Veritatis splendor”, „Evangelium vitae”. In seinen Enzykliken brachte er brisante Probleme aus dem Bereich der Kirchenlehre und -Organisation, des christlichen Lebens, des Gotteskults und sozialer Fragen zur Sprache. Jede Enzyklika war ein großes Ereignis, und zwar nicht nur für die Katholiken. Am 2. Juni 1997, während der 5. Pilgerfahrt nach Polen hielt Johannes Paul II. auf dem Liegnitzer Fugplatz eine Messe ab, zu der 300 Tsd. Gläubige gekommen waren. Während der Messe hatte Johannes Paul II. die Ikone der Gnädigen Jungfrau Maria (Jungfrau Maria aus Grüssau) gekrönt und Grundsteine für neue Kirchen geweiht.